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Bewegung

Vom Stuhl aufstehen: der Test mit fünf Wiederholungen

Die Redaktion von Martagon6 Min. Lesezeit

Stabiler Holzstuhl allein vor einer cremefarbenen Wand auf hellem Parkett, in weichem Tageslicht

Vom Stuhl aufzustehen beansprucht Oberschenkel, Gesäss und Gleichgewicht zugleich. Es ist zudem die Bewegung, die man täglich dutzendfach wiederholt. Daher die alte und gut belegte Idee, daraus einen Test zu machen.

Der Ablauf

Der Test stammt aus einer 1994 veröffentlichten Testbatterie zur Funktion der unteren Extremitäten, die in der Geriatrie zur Referenz geworden ist. Seine gängige Fassung besteht aus wenigen Anweisungen:

  1. Ein stabiler Stuhl ohne Armlehnen, Lehne an der Wand — nie ein Stuhl mit Rollen.
  2. Hinten hinsetzen, Arme vor der Brust verschränkt: die Hände werden während des Tests nicht gebraucht.
  3. Vollständig aufstehen, Beine gestreckt, dann vollständig wieder hinsetzen — das ist eine Wiederholung.
  4. Fünf Wiederholungen so schnell wie möglich aneinanderreihen, ohne sich zu gefährden.
  5. Von der ersten Bewegung bis zum fünften Mal Stehen stoppen.

Wie man das Ergebnis liest

Der europäische Sarkopenie-Konsens nennt eine einfache Schwelle: eine Zeit über fünfzehn Sekunden für fünf Wiederholungen gilt als Zeichen tiefer Muskelkraft und gibt Anlass, die Beurteilung fortzusetzen.

Aus einer Zusammenstellung von Daten älterer Menschen wurden zudem Referenzwerte nach Altersgruppe veröffentlicht: sie zeigen eine allmähliche Verlängerung der Zeit mit dem Alter — eine Erinnerung daran, dass dieselbe Zahl mit 65 und mit 85 nicht gleich gelesen wird.

5Wiederholungen auf ZeitDer Standardablauf, Arme verschränkt, ohne Hände.
15Sekunden: die WarnschwelleDarüber spricht der europäische Sarkopenie-Konsens von tiefer Muskelkraft.
0Material nötigEin stabiler Stuhl und eine Stoppuhr — die eines Telefons genügt.

Wann man ihn nicht macht

  • Bei starken Schmerzen in Knie, Hüfte oder Rücken: man stoppt keinen Schmerz.
  • Nach einer kürzlichen Hüft- oder Knieoperation, ohne Rücksprache mit der Physiotherapie.
  • Wenn bereits einmaliges Aufstehen die Hände braucht: der Test bringt nichts Neues und die Beobachtung gehört gemeldet.
  • Allein, wenn das Gleichgewicht sehr unsicher ist: jemand in der Nähe, und der Stuhl an der Wand.

Ein schwieriger oder unmöglicher Test ist kein Urteil. Er ist ein Hinweis, der zu schrittweisem Krafttraining führt — das in jedem geprüften Alter Zuwächse gezeigt hat, auch bei Menschen über achtzig.

Häufige Fragen

Wie lange darf man für fünf Aufsteh-Vorgänge brauchen?

Der europäische Sarkopenie-Konsens hält fest, dass eine Zeit über fünfzehn Sekunden für fünf Wiederholungen mit verschränkten Armen auf eine tiefe Muskelkraft hinweist und Anlass gibt, die Beurteilung fortzusetzen.

Darf man die Hände zu Hilfe nehmen?

Während des Tests nicht: die Arme bleiben vor der Brust verschränkt, sonst verliert die Messung ihren Sinn. Wenn bereits einmaliges Aufstehen die Hände braucht, erübrigt sich der Test — das gehört ärztlich gemeldet.

Wozu dient dieser Test?

Zur Beurteilung der Beinkraft mit einem Stuhl und einer Stoppuhr, und vor allem zur Verlaufskontrolle. Die Messung nach zwei oder drei Monaten Krafttraining zu wiederholen, belegt den Fortschritt konkret.

Quellen

  1. Guralnik JM, Simonsick EM, Ferrucci L, et al. A short physical performance battery assessing lower extremity function. Journal of Gerontology. 1994;49(2):M85–M94. doi:10.1093/geronj/49.2.M85
  2. Bohannon RW. Reference values for the five-repetition sit-to-stand test: a descriptive meta-analysis of data from elders. Perceptual and Motor Skills. 2006;103(1):215–222. doi:10.2466/pms.103.1.215-222
  3. Cruz-Jentoft AJ, Bahat G, Bauer J, et al. Sarcopenia: revised European consensus on definition and diagnosis. Age and Ageing. 2019;48(1):16–31. doi:10.1093/ageing/afy169
  4. Liu CJ, Latham NK. Progressive resistance strength training for improving physical function in older adults. Cochrane Database of Systematic Reviews. 2009;(3):CD002759. doi:10.1002/14651858.CD002759.pub2
  5. Fiatarone MA, O'Neill EF, Ryan ND, et al. Exercise training and nutritional supplementation for physical frailty in very elderly people. New England Journal of Medicine. 1994;330(25):1769–1775. doi:10.1056/NEJM199406233302501

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