Nordic Walking ab 65: was tatsächlich gemessen wurde
Die Redaktion von Martagon6 Min. Lesezeit

Nordic Walking hat einen seltenen Vorteil: es erhöht die Beanspruchung, ohne die empfundene Schwierigkeit zu erhöhen. Genau diese Verschiebung, in mehreren Arbeiten gemessen, macht es interessant, wenn man mehr tun soll, ohne dass es mehr wiegen darf.
Was die systematische Übersicht festhält
Eine systematische Übersicht zu den gesundheitlichen Wirkungen des Nordic Walking hat die verfügbaren Studien zusammengetragen. Sie beschreibt gegenüber dem Gehen ohne Stöcke bei gleicher Geschwindigkeit höhere Herzfrequenz, höheren Sauerstoffverbrauch und höheren Energieverbrauch, ohne einen entsprechenden Anstieg der von den Teilnehmenden empfundenen Schwierigkeit.
Zu den längerfristigen Wirkungen berichten die eingeschlossenen Studien Verbesserungen der Ausdauerleistung, des Blutdrucks und mehrerer Kennwerte der Lebensqualität, in unterschiedlichen Gruppen, darunter ältere Menschen und Personen mit chronischen Erkrankungen.
Für wen es besonders passt
- Menschen, die bereits gehen und mehr tun möchten, ohne schneller oder länger zu gehen.
- Menschen, die auf unebenem Gelände unsicher sind: zwei zusätzliche Stützen beruhigen und machen den Ausgang möglich.
- Menschen mit Knie- oder Hüftbeschwerden beim Gehen: ein Teil des Gewichts geht in die Arme.
- Menschen, die Bewegung im Freien einem Raum vorziehen — die Regelmässigkeit hängt oft davon ab.
Was es nicht ersetzt
Nordic Walking deckt den Ausdauerteil der Bewegungsempfehlungen ab. Es deckt weder das Krafttraining zweimal pro Woche noch vor allem das Gleichgewichtstraining dreimal pro Woche ab, das die Leitlinien für Menschen ab 65 verlangen.
Der Punkt verdient Nachdruck: indem sie zwei zusätzliche Stützen liefern, verringern die Stöcke die Beanspruchung des Gleichgewichts. Sie machen den Ausgang möglich, was wertvoll ist; sie trainieren die Stabilität nicht. Beide Arbeiten bleiben getrennt zu leisten.
Häufige Fragen
Ist Nordic Walking wirksamer als blosses Gehen?
Bei gleicher Geschwindigkeit beschreibt eine systematische Übersicht höhere Herzfrequenz, höheren Sauerstoffverbrauch und höheren Energieverbrauch als beim Gehen ohne Stöcke, ohne entsprechenden Anstieg der empfundenen Schwierigkeit.
Muss man die Technik lernen?
Ein bis zwei begleitete Einheiten genügen, und sie machen den Unterschied: der Stock soll nach hinten antreiben, nicht bloss vorne aufgesetzt werden. Ohne die Bewegung verschwindet der Vorteil grösstenteils.
Trainiert das auch das Gleichgewicht?
Nein, eher im Gegenteil: die Stöcke geben zwei zusätzliche Stützen und verringern damit die Beanspruchung des Gleichgewichts. Nützlich, um sicher hinauszugehen, aber das Gleichgewichtstraining bleibt separat zu leisten.
Quellen
- Tschentscher M, Niederseer D, Niebauer J. Health benefits of Nordic walking: a systematic review. American Journal of Preventive Medicine. 2013;44(1):76–84. doi:10.1016/j.amepre.2012.09.043
- Bull FC, Al-Ansari SS, Biddle S, et al. World Health Organization 2020 guidelines on physical activity and sedentary behaviour. British Journal of Sports Medicine. 2020;54(24):1451–1462. doi:10.1136/bjsports-2020-102955
- Paluch AE, Bajpai S, Bassett DR, et al. Daily steps and all-cause mortality: a meta-analysis of 15 international cohorts. The Lancet Public Health. 2022;7(3):e219–e228. doi:10.1016/S2468-2667(21)00302-9
- Sherrington C, Fairhall NJ, Wallbank GK, et al. Exercise for preventing falls in older people living in the community. Cochrane Database of Systematic Reviews. 2019;1:CD012424. doi:10.1002/14651858.CD012424.pub2