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Alltag

Mittagsschlaf ab 65: welche Dauer, zu welcher Zeit

Die Redaktion von Martagon6 Min. Lesezeit

Bequemer Sessel mit gefalteter Wolldecke neben einem Fenster mit halb zugezogenen Vorhängen, Nachmittagslicht

Der Mittagsschlaf hat bei schlechten Nachtschläfern einen schlechten und bei seinen Anhängern einen guten Ruf. Die verfügbaren Arbeiten versöhnen beide Lager, indem sie die Frage verschieben: nicht «soll man Mittagsschlaf halten», sondern «wie lange und wann».

Was die Dauer verändert

Eine Übersichtsarbeit zum Nutzen des Nickerchens bei gesunden Erwachsenen untersuchte den Einfluss von Dauer, Uhrzeit, Alter und Gewohnheit. Am beständigsten ist der Befund zur Dauer: kurze Nickerchen verbessern Wachheit und unmittelbare Leistungsfähigkeit, während längere zu dem führen, was die Autoren Schlafträgheit nennen — jene dicke Benommenheit nach dem Aufwachen, die eine ganze Weile anhalten kann.

Die Erklärung liegt in der erreichten Tiefe. Ein kurzes Nickerchen bleibt in den leichten Stadien, aus denen man leicht herausfindet. Nach etwa dreissig Minuten gerät man in den Tiefschlaf: daraus geweckt zu werden kostet viel, und der erhoffte Gewinn wird mit Verwirrtheit beim Aufwachen bezahlt.

10–30Minuten: das nützliche FensterDauer, die mit einem Gewinn an Wachheit ohne Benommenheit verbunden ist.
> 30Minuten: die Trägheit setzt einMan erreicht den Tiefschlaf, aus dem das Aufwachen deutlich schwerer fällt.
14–15Uhr: die vernünftige GrenzeDanach nimmt der Mittagsschlaf dem Abend den angesammelten Schlafdruck.

Warum die Uhrzeit so viel zählt wie die Dauer

Der Nachtschlaf hängt von einem Druck ab, der sich seit dem Aufwachen am Morgen aufbaut. Wer am späten Nachmittag schläft, baut einen Teil davon ab: am Abend bleibt weniger übrig, das Einschlafen lässt auf sich warten, und die Nacht zerfällt. Am nächsten Tag verlangt die Müdigkeit einen längeren Mittagsschlaf. Der Kreis steht.

Deshalb verurteilen die Regeln der Schlafhygiene den Mittagsschlaf nicht, sondern rahmen ihn ein: kurz, am frühen Nachmittag, zu regelmässiger Zeit. Bei Menschen mit schlechtem Nachtschlaf gehört sein vorübergehender Verzicht im Übrigen zu den verhaltenstherapeutischen Ansätzen bei Insomnie.

Wenn der Mittagsschlaf ein Symptom ist

Es besteht ein Unterschied zwischen der Wahl, Mittagsschlaf zu halten, und der Unmöglichkeit, ihm zu entgehen. Eine Schläfrigkeit, die sich täglich aufdrängt, die mitten im Gespräch, bei Tisch oder über einem Buch auftritt, ist keine Vorliebe: sie ist ein Zeichen.

  • Schnarchen mit Atempausen, die dem Umfeld auffallen;
  • nicht erholsamer Nachtschlaf trotz ausreichender Dauer;
  • sedierende Medikamente, kürzlich begonnen oder in erhöhter Dosis;
  • eine Schläfrigkeit, die innerhalb weniger Wochen ohne Gewohnheitsänderung auftrat;
  • eine Schläfrigkeit zusammen mit anhaltender Traurigkeit oder Interesselosigkeit.

Jedes dieser Elemente rechtfertigt ein Gespräch in der Sprechstunde, statt den Mittagsschlaf zu verlängern.

Häufige Fragen

Wie lange sollte der Mittagsschlaf ab 65 dauern?

Die verfügbaren Arbeiten nennen ein nützliches Fenster von zehn bis dreissig Minuten: genug, um die Wachheit zu verbessern, zu wenig, um den Tiefschlaf und die anschliessende Benommenheit zu erreichen.

Verhindert der Mittagsschlaf den Nachtschlaf?

Ein kurzer, am frühen Nachmittag gehaltener Mittagsschlaf stört die Nacht in der Regel nicht. Ein langer oder später verbraucht dagegen einen Teil des für den Abend angesammelten Schlafdrucks und verzögert das Einschlafen.

Soll man bei schlechtem Schlaf den Mittagsschlaf streichen?

Das ist eine der Massnahmen der verhaltenstherapeutischen Ansätze bei Insomnie, und sie ist vorübergehend. Sie zielt darauf, den Schlaf auf die Nacht zu konzentrieren. Dieses Vorgehen erfolgt mit einer Fachperson, nicht allein.

Quellen

  1. Milner CE, Cote KA. Benefits of napping in healthy adults: impact of nap length, time of day, age, and experience with napping. Journal of Sleep Research. 2009;18(2):272–281. doi:10.1111/j.1365-2869.2008.00718.x
  2. Ohayon MM, Carskadon MA, Guilleminault C, Vitiello MV. Meta-analysis of quantitative sleep parameters from childhood to old age in healthy individuals. Sleep. 2004;27(7):1255–1273. doi:10.1093/sleep/27.7.1255
  3. Qaseem A, Kansagara D, Forciea MA, et al. Management of Chronic Insomnia Disorder in Adults: A Clinical Practice Guideline From the American College of Physicians. Annals of Internal Medicine. 2016;165(2):125–133. doi:10.7326/M15-2175
  4. Trauer JM, Qian MY, Doyle JS, et al. Cognitive Behavioral Therapy for Chronic Insomnia: A Systematic Review and Meta-analysis. Annals of Internal Medicine. 2015;163(3):191–204. doi:10.7326/M14-2841

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