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Tisch

Der gedeckte Tisch, oder warum man zu mehreren besser isst

Die Redaktion von Martagon5 Min. Lesezeit

Für mehrere Personen gedeckter Tisch mit dampfender Suppenterrine und Brot in einer warmen Küche

Es gibt einen Unterschied zwischen für zwei und für eine Person zu kochen, und er betrifft nicht nur die Mengen. Die Mahlzeit allein wird kürzer, einfacher, gleichförmiger — und der Teller verarmt, ohne dass der Entscheid je gefallen wäre.

Was Gesellschaft mit dem Teller macht

Die europäischen Ernährungsempfehlungen für ältere Menschen beschränken sich nicht auf Nährstoffe: sie nennen ausdrücklich das Umfeld der Mahlzeit — Gesellschaft, Rahmen, Freude am Essen — unter den Ansatzpunkten, um einer ungenügenden Zufuhr vorzubeugen. In einem technischen Text ist das eine seltene Anerkennung dafür, dass der Kontext zum Thema gehört.

Die alltägliche Beobachtung weist in dieselbe Richtung. Eine gemeinsame Mahlzeit dauert länger, hat öfter eine Vorspeise oder einen Nachtisch, und sie rechtfertigt es, ein Gericht zu kochen statt etwas aufzuwärmen. Der Unterschied entscheidet sich nicht bei einer Gelegenheit, sondern bei Hunderten.

Welche Formen es in der Schweiz gibt

Mehrere Formen bestehen, ohne dass man sich verpflichten müsste:

  • Mittagstische und gemeinsame Mahlzeiten, organisiert von Gemeinden, Kirchgemeinden oder Quartiervereinen, oft ein- bis zweimal pro Woche und zu bescheidenem Preis;
  • Klubs und Begegnungszentren für Seniorinnen und Senioren, die meist eine Mahlzeit mit einer Aktivität verbinden;
  • Mahlzeitendienste nach Hause, in vielen Gemeinden angeboten — weniger gesellig, aber sie erhalten einen täglichen Besuch und einen Kontakt;
  • Gegenseitige Einladungen unter Nachbarn, die einfachste und am seltensten vorgeschlagene Form.

Pro Senectute und der Sozialdienst der Gemeinde kennen die Angebote in der Nähe; das ist die am schnellsten erhältliche Auskunft.

Das Thema hinter dem Thema

Über den Appetit zu sprechen erlaubt es oft, die Vereinsamung anzusprechen, ohne sie zu benennen — was für alle einfacher ist. Wenn jemand aufhört zu kochen, ist die Frage nicht nur eine der Ernährung: es ist manchmal das erste sichtbare Zeichen eines Rückzugs, einer Trauer oder einer festgesetzten Erschöpfung.

Es gibt keine richtige Art, das anzusprechen. Eine regelmässige Mahlzeit vorzuschlagen bleibt eine der wenigen Möglichkeiten, das Gespräch zu öffnen, ohne es beginnen zu müssen.

Häufige Fragen

Isst man allein wirklich weniger?

Die europäischen Empfehlungen zur geriatrischen Ernährung nennen das Umfeld der Mahlzeit — Gesellschaft, Rahmen, Freude — unter den Ansatzpunkten gegen eine ungenügende Zufuhr, ebenso wie den Inhalt des Tellers.

Wo findet man gemeinsame Mahlzeiten in der Schweiz?

Bei der Gemeinde, den Kirchgemeinden, den Quartiervereinen und bei Pro Senectute, die Mittagstische, Begegnungsklubs und Mahlzeitendienste in der Nähe kennen.

Quellen

  1. Volkert D, Beck AM, Cederholm T, et al. ESPEN practical guideline: Clinical nutrition and hydration in geriatrics. Clinical Nutrition. 2022;41(4):958–989. doi:10.1016/j.clnu.2022.01.024
  2. Pro Senectute Suisse. Conseil social et prestations pour les personnes de plus de 60 ans. www.prosenectute.ch

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